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James Dyson Award für neuartigen Ballett-Spitzenschuh

neuartiger Balett-Spitzenschuh

Design-Studentin Sophia Lindner konzipiert Schuhwerk für Tänzer

Sophia Lindner, Studentin im Industrial Design an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim, hat einen völlig neuartigen Ballett-Spitzenschuh entwickelt, der diese Gefahren mindert.
Für ihr Konzept „REACT“ wurde sie mit dem 2. Platz des diesjährigen James Dyson Award Deutschland ausgezeichnet.

 

Wie es funktioniert

Spitzenschuhe – ein verstecktes Gesundheitsrisiko
REACT ist ein Spitzenschuh Konzept, welches Innovation in den traditionellen Sektor Ballett bringt.
Der Schuh reagiert auf die sinnlichen und physischen Erfahrungen, antwortet und kommuniziert mit dem Körper.

Die Inspiration

Ballett – eine Tradition, die kaum Freiheit akzeptiert. 
Diesen Einblick gewann ich, da ich selbst 14 Jahre Ballett tanzte. 
Tänzer haben immer unter den Verletzungen ihrer Füße gelitten. Das Gesundheitsrisiko ist enorm.
Ein Spitzenschuh wird von professionellen Tänzer/innen in nur einem Tag „zertanzt“ – eine teure und ineffiziente Angelegenheit.
Die Bedürfnisse der Tänzer sind höchst individuell und können nicht durch ein Standardmodell erfüllt werden.
Aus diesem Grund sollte auch bei dieser Sportart Innovation, Nachhaltigkeit und Gesundheit zu tragen kommen – in einer Zeit in welcher Sport und Technologie unzertrennlich werden.

Wie es funktioniert

Der Schuh umfasst 3 Innovationen

1. Neurologischer Stoffwechsel – Das Tape sorgt für eine schnellere Kanalisierung der Lymphe, so wird die Reaktionszeit des Muskels über das Nervensystem beschleutnigt.
Der Schuh reagiert auf die sinnlichen und körperlichen Erfahrungen – Ein Produkt welches auf den Körper antwortet und intuitiv mit ihm kommuniziert. Die Poren des tapes sind mit Silikon gefüllt um an der Haut zu haften.

- Längs-/Quergewölbetape – verhindert das Supinationstrauma
- Wadentape – Anheben des Fußgewölbes – Vorbeugung Hallux
- Schienbeintape – Stabilisation in der Streckung

2. Die Zehenform wird in Silikon abgegossen – so wird der Druck/Gewicht auf alle Zehen gleich verteilt

3. Die Einschnitte der Sohle blockieren eine Überdehnung in die eine Richtung und ermöglichen durch Öffnen gleichzeitig Flexibilität in die andere Richtung.

Entwicklungsphasen

Während des Projekts beschäftigte ich mich mit Lösungen in Bezug auf traditionelle, kulturelle, ergonomische, gesundheitliche und psychologische Aspekte.
Es war eine große Herausforderung, ein Design zu entwickeln, das den Fuß ästhetisch visuell ergänzt.
Für dieses Spitzenschuh Konzept habe ich Muster aus verschiedenen Materialien erstellt. Ich habe geforscht und experimentiert, um herauszufinden, was in Bezug auf Material und Gesundheit nachhaltig ist.
Ich habe die Struktur des Tapes getestet und die gesundheitlichen Aspekte untersucht. Um ein Gefühl für das richtige Tape Muster zu bekommen habe ich viele Möglichkeiten ausprobiert und in Zusammenarbeit mit Kai Schabel ein unter gesundheitlichen Aspekten funktionierendes Muster entwickelt. Er ist ein Osteopath und Lehrer der Tanzmedizin an der John Cranko School, die staatliche Ballettakademie Stuttgart.

Texte und Bilder: Sophia Lindner / The James Dyson Foundation

REACT – time for change – a pointe shoe concept

Sophia Lindner – Industrial Design, Hochschule für Gestaltung Pforzheim, Deutschland
Birgit Meyer – PR-Referentin der Fakultät für Gestaltung DesignPF, (0 72 31) 28 – 67 18, birgit.meyer@hs-pforzheim.de